Das Seinerzeitfest

Wege im Heute durch die Dorfgeschichte

Heutzutage feiert eine Gemeinde so wie Seinerzeit, wenn sie wie Höpfingen im Jetzt an die erste urkundliche Erwähnung vor 775 Jahren zurückerinnert.

Wege oder Handlungsstränge werden am Sonntag, 2. Oktober, durch Höpfingen führen, die Besucher den Weg weisen, wo es etwas zu sehen, zu hören, zu essen oder mitzumachen gibt. Diese Wege sind der „rote Faden“ der Aktivitäten, die Spuren in die Vergangenheit an der Gegenwart vorbei. Sie zeigen wie man einstens Handwerk „arbeitete“, wie es war, wenn man noch einen Laden hatte, wie ehedem Geschichte lebendig war oder auch wie vorzeiten Essen und Trinken ausgesehen haben.

Eingebunden in das Geschehen von damals ist das Heute mit Hausnamen, mit Präsentationen des Gegensatzes aus dem Heute und dem Gestern auf Plätzen und Wegen in die Zeiten, die heute mit „früher“ beschrieben werden.

Mit einem Gottesdienst um 9.30 Uhr beginnt das Fest. Und  „nach der Kerch findet vor der Kerch“ ein Bürgerempfang statt. Da trifft sich Höpfingen. Die Musikkapelle intoniert das „Badener Lied“ und mit dem Eintreffen des Ballonzugs der Kinder und dem Auflassen der blauen Ballone beginnt das Fest zur „775-Jahr-Feier“.

Auf dem Oberdorfplatz, rund um die Kirche , die Hauptstraße, dem Plan mit dem Alten Rathaus, dem Unterdorfplatz, im Mantelsgraben, in den Höfen, der Kolpingstraße, der Hardheimer Straße und dem Königheimer Höflein spielt die Musik, wird gesotten und gebraten, präsentiert, gewerkelt und Handwerk wieder lebendig gemacht,.

Ein Hochzeitszug mit Hochzeitsessen, waschen, Ziegelformen, lernen und lehren, einkaufen und essen, jagen und brennen, schmieden und keltern gibt es zu sehen und zu bestaunen. Die Feuerwehr als Experten für löschen und bergen gab es früher und heute. Wie und was dies bedeutet, zeigen sie im Unterdorf. Daneben gibt es Stationen, um das Informationsbedürfnis zu stillen: im Gemeindezentrum an der Kirche, an den Wegen durch das Dorf, an den Objekten und den Präsentationsschwerpunkten.

Groß ist die Palette aus Küche und Keller. Fast alles was die Speisekarte seinerzeit hergegeben hat, wird auf die Teller kommen: Spezialitäten aus Wald, Wasser und Hof gibt es in gebratener oder gesottener Form. Dazu wird Flüssiges aus dem Fass, der Flasche oder dem Krug gereicht. So wie es sich geziemet und gehört.

Wer Lust auf eine Kirchturmbesteigung hat, sollte dies allerdings vor dem großen Schmausen an den Rastpunkten tun. Für die Kinder ist an Kurzweil gedacht. Aber das Schauen und Hingucken, das sich Einlassen in die Zeiten von damals ist sicher auch schon ein Stück Zerstreuung genug. Wetten, dass es genug zu sehen und zu bereden gibt beim „Seinerzeit“-Fest am Sonntag, 2. Oktober in Höpfingen. Dann ist der gesamte alte Ortskern Festplatz.